Nachdem wir immer wieder Anfragen zu unterschiedlichen Themen rund um den Solnhofener Naturstein bekommen, angefangen von dem Thema: „Sind die Solnhofer Platten sehr schmutzanfällig“ über die Frage: „Besteht bei dem Naturstein eine hohe Bruchgefahr“, möchten wir in diesem Artikel besonders auf die Frage: „Rutschgefahr von Solnhofener Platten?“ eingehen.

Was bedeutet Rutschgefahr?

Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man von Rutschgefahr immer dann, wenn auf einem Bodenbelag Wasser oder ähnliche Flüssigkeiten vorhanden sind und somit eine Gefahr besteht, dass ein Mensch darauf wegrutscht und hinfällt. Der eine oder andere hat hier sicherlich schon Erfahrungen mit glasierten Keramikfliesen im Badebereich gemacht, sofern diese Keramikfliesen nicht mit der Kennzeichnung „Rutschhemmung im Barfuß Bereich“ gekennzeichnet waren.

Rutschsicherheit im Allgemeinen

Wie in Deutschland üblich ist aber auch das Thema Rutschgefahr in den entsprechenden Richtlinien geregelt. Auch wenn man im allgemeinen Sprachgebrauch von Rutschgefahr spricht lautet der korrekte Begriff hierzu „Rutschsicherheit“ bzw. Trittsicherheit. In diesem Zusammenhang fällt auch öfters das Wort „Rutschhemmung“. Die Regelungen zur Rutschsicherheit sind dabei in den EG-Bauprodukt-Richtlinien, welche vorschreibt dass Bodenbeläge allgemein nutzungssicher sein müssen, zu finden. Je nach Anwendungsfall ist dabei der jeweilige Rutschsicherheitswert zu beachten. Zur Ermittlung des Rutschsicherheitswertes gibt es verschiedene Verfahren, welche sich in die Gruppe der Prüfmethoden vor Ort und den Prüfmethoden im Labor kategorisieren lassen. Zu der Prüfmethode vor Ort zur Ermittlung der Trittsicherheit kann z.B. das Schustergerät, das SRT Pendel oder auch ein Gleittreibmessgerät. Die Prüfmethoden im Labor sehen dabei nach DIN 51130 bzw. DIN 51130 (Test speziell für Nassbereiche) einen Aufbau vor, bei dem auf einer schiefen Ebene Wasser aufgebracht wird. Anschließend betritt eine Prüfperson barfuß die Fliesenoberfläche. Anschließend wird der Belag immer steiler gestellt, so lange bis die Prüfperson ausrutscht bzw. den Versuch abbricht, da sie sich unsicher auf der Fliesenoberfläche fühlt.

Rutschsicherheitswerte

Es gibt insgesamt 5 Rutschsicherheitswerte, angefangen von R9, R10,R11, R12 und R13. Es gilt dabei je höher der Wert desto geringer ist die Gefahr, dass man ausrutscht. Bei dem Wert R13, wie es z.B. für Solnhofener Platten mit der Oberfläche bruchrau der Fall ist, erhalten Bauherren einen sehr rutschhemmenden Bodenbelag.

Solnhofener Platten Oberfläche – ein rutschsicherer Bodenbelag

Zahlreiche Prüfungen bestätigen es, dass Solnhofer Platten ein sehr rutschhemmender Bodenbelag ist. Je nach Solnhofener Platten Oberfläche gelten dabei unterschiedliche Rutschsicherheitswerte

Rutschsicherheit R13 für Solnhofer bruchrau

Für die Natursteinoberfläche Solnhofner Platten bruchrau und für die Oberfläche „angeschliffen“ gilt der höchste Rutschsicherheit R13. Diese beiden Oberflächen sind somit die trittsichersten und rutschsichersten Natursteinoberflächen. Ein Einbau im Bad, in dem aufgrund des Wassers grundsätzlich eine hohe Rutschgefahr besteht, ist somit möglich.

Rutschsicherheit R11 für Solnhofener gebürstet

Für die Oberfläche Solnhofener Platten gebürstet, auch als „bruchrau-gebürstet“ bezeichnet, gibt es den Rutschsicherheitswert R11. Im Vergleich zu brauchrau, ist die gebürstete Oberfläche somit nicht so rutschsicher wie die bruchraue Oberfläche.
Bei der gebürsteten Oberfläche von Solnhofer Platten wird der Naturstein durch ein spezielles Verfahren „gebürstet“. Dies hat zur Folge, dass eine Patina entsteht, wobei die optische Farbe voll erhalten bleibt.

Rutschsicherheit R9 für Solnhofener fein geschliffen

Die Solnhofener Platten feingeschliffen haben den Rutschsicherheitswert R9. Sie sind im Vergleich zu bruchrau und gebürstet, somit nicht so rutschsicher. Bei der geschliffenen Oberfläche des Solnhofener Natursteins wird die ursprüngliche Natursteinoberfläche vollkommen entfernt, so dass gelbe, einheitliche Natursteinplatten entstehen. Der Naturstein kann zudem auch poliert werden, so dass folglich eine polierte Oberfläche entsteht. Mit der polierten Oberfläche sind die polierten Oberflächen jedoch kratzempfindlicher als mit der feingeschliffenen Plattenoberfläche.

Trittsicherheit im gewerblichen Bereich

Wenn Sie als Fliesenleger oder Bauträger Fußböden in gewerblichen Bereichen, dazu zählen vor allem Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit Rutschgefahr, so sind die Allgemeine Unfallverhütungsvorschriften (UVV) und weitere Vorschriften zu beachten. Achten Sie dabei bei der Auswahl der Fliesen immer auf den Zusatz „Rutschhemmung im gewerblichen Bereich“. Je nach Arbeitsraum und Arbeitsbereich werden dabei unterschiedliche Anforderungen gestellt, welche sich in der R-Gruppe wiederfindet. Für den inneren Eingangsbereich als auch für die innenliegende Treppe gilt dabei die Klasse R9, für den äußeren Eingangsbereich als auch für Außentreppen die Klasse R10 bzw R11.

Sie finden auch hier Informationen zur Verlegung der Solnhofener Platten.

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